Fallout und die Weltgeschichte

Ich habe gestern den sehr interessanten Artikel "The Presence of the Past in Fallout 3" gefunden.

Der Autor vergleicht das Spielerlebnis mit der Arbeit eines Historikers und wie beide die Fragmente der jeweiligen Welt interpretieren und auswerten müssen um die Vergangenheit zu rekonstruieren.

In seiner Herangehensweise an das Spiel habe ich mich ein wenig wiedererkannt. Das Durchsuchen von Gebäuden und das Entdecken der Details ist ein großer Teil des Spaßes, der das Spiel für mich ausmacht.

Durch den Artikel und die Kommentare habe ich auch indirekt die Frage beantworten können, warum mich reine Fantasy-RPGs nicht so faszinieren wie Fallout: Es gibt kaum Bezug zur Realität. Wenn man in ein post-apokalyptisches Setting gebracht wird, so ist der Fiktionssprung nicht zu groß. Das heißt die Vorstellung ist nicht allzu fern, dass Menschen mit denen man sich identifizieren könnte, tatsächlich soetwas erlebt haben.

Todd Howard hat in seinem "The Road To Skyrim"-Interview japanische Fantasy-Spiele erwähnt und warum er nie wirklich den Draht dazu fand. Im Prinzip ist das vergleichbar mit meinem Bezug zu Fallout. Die japanischen Fantasy-RPGs waren ihm stets zu wirklichkeitsfern. Er sagte in etwa, dass er sich durchaus eine Welt mit Drachen, Elfen, usw. vorstellen kann bzw. dass in der Vergangenheit so etwas existiert haben könnte, aber ihm die japanischen/eastern RPGs zu abgehoben seien: "That looks cool, but that's nuts."

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